Vorbild:Preußische Nordbahn

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Preußische Nordbahn
Berliner Nordbahn Karte.png
Quelle: Deutschsprachige Wikipedia


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Die Preußische Nordbahn (auch Berliner Nordbahn) ist eine 223 Kilometer lange Hauptbahnstrecke, die von Berlin aus über Neustrelitz und Neubrandenburg nach Stralsund an der Ostseeküste führt. Gegenwärtig wird der Fern- und Regionalzugverkehr der Nordbahn bei Hohen Neuendorf auf den Berliner Außenring zum Karower Kreuz und weiter nach Berlin Hauptbahnhof bzw. Berlin-Lichtenberg geführt.


1 Detaillierte Vorbildinformationen

siehe Artikel Preußische Staatseisenbahnen


2 Geschichte

Dem Bahnbau gingen seit 1843 jahrzehntelange Planungen voraus, bis schließlich 1870 eine neu gegründete Berliner Nord-Eisenbahn-Gesellschaft die Konzessionen der Staaten Preußen und Mecklenburg-Strelitz erhielt. Aus finanziellen Gründen musste sich diese Gesellschaft am 15. Dezember 1875 auflösen. Der preußische Staat erwarb die unvollendete Bahn und übertrug die weiteren Baumaßnahmen der Direktion der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn.

Die Eröffnung fand in drei Etappen statt

Der Bau der Nordbahn hatte bedeutende Auswirkungen auf die Dörfer im Norden Berlins, die sich im Einzugsbereich der Bahnstrecke befanden. Teilweise vervielfachte sich deren Einwohnerzahl in den folgenden Jahrzehnten. Der Begriff Nordbahn wurde Bestandteil von Ortsnamen (Glienicke/Nordbahn) und gab Zeitungen seinen Namen (Nordbahn-Nachrichten).


Bahnhof Löwenberg/Mark

Der Berliner Endbahnhof der Strecke, aber nur im Güterverkehr, war zunächst der Güterbahnhof an der Eberswalder Straße, das Gelände des heutigen Mauerparks. Der Personenverkehr begann im ältesten Nordbahnhof in Pankow bei Berlin, dem heutigen Bahnhof Berlin Wollankstraße - noch deutlich zu erkennen an der repräsentativen Bauweise des Bahnhofs mit Vorplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Endpunkt des Personenverkehrs der Nordbahn in den näher in Berlin gelegenen Stettiner Bahnhof an der Invalidenstraße verlegt, der Güterverkehr verblieb dagegen an der Eberswalder Straße.

Bis 1912 wurden eigene, von den Ferngleisen getrennte, separate Vorortgleise zwischen Gesundbrunnen und Frohnau gebaut. Gleichzeitig wurde die Strecke auf einen Damm verlegt, um im Straßenniveau liegende Bahnübergänge zu vermeiden. 1926 folgte der Abschnitt Frohnau – Borgsdorf.

1925 wurde die Teilstrecke vom Bahnhof Gesundbrunnen, über den der Vorortverkehr seit der Verlegung lief, bis Oranienburg mit dem Gleichstromsystem der späteren Berliner S-Bahn elektrifiziert. 1950 wurde der Stettiner Bahnhof in Nordbahnhof umbenannt. Der so ermöglichte durchgehende elektrische Betrieb bestand bis zum Mauerbau am 13. August 1961, der die Strecke zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf unterbrach. Der Berliner Abschnitt der Nordbahn war aber schon seit der Schließung des Nordbahnhofes am 18. Mai 1952 für den Fernverkehr nicht mehr genutzt worden.

Unmittelbar nach dem Mauerbau gab es daher auf Brandenburger Seite zwischen Oranienburg und Hohen Neuendorf einen S-Bahn-Inselbetrieb, der erst mit dem Ausbau und der Elektrifizierung des Berliner Außenrings zwischen Hohen Neuendorf und Blankenburg im November 1961 an das Hauptnetz der S-Bahn angeschlossen wurde. Auf Berliner Gebiet wurde der S-Bahn-Betrieb bis Frohnau bis zur Übergabe der Betriebsrechte der S-Bahn in West-Berlin von der Deutschen Reichsbahn an die BVG am 9. Januar 1984 weitergeführt, dann zunächst eingestellt und erst am 1. Oktober 1984 wieder aufgenommen. Bei Sanierungsarbeiten im Jahr 1985 wurde die S-Bahntrasse teilweise so in das Profil der alten Fernbahngleise gelegt, dass ein Wiederaufbau der Fernbahntrasse erschwert ist.

1992 erfolgte der Lückenschluss zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf, sodass wieder ein durchgehender S-Bahn-Betrieb auf der Nordbahn nach Oranienburg ermöglicht wurde.


3 Heutiger Zugbetrieb

Bahnhof Löwenberg, südliche Einfahrt, November 2007

Auf dem Berliner Teilstück der Strecke verkehren lediglich die Züge der Berliner S-Bahn. Zwischen Hohen Neuendorf und Oranienburg ist die Nordbahn an den Verkehr des nördlichen Berliner Außenringes mit diversen Regionalbahn- und Regional-Express-Verbindungen nach Berlin Hauptbahnhof, Berlin-Lichtenberg, Lutherstadt Wittenberg, Falkenberg/Elster bzw. Hennigsdorf angeschlossen. Weiter nach Norden fahren im Stundentakt Züge der Linie RE5, im Abschnitt zwischen Neustrelitz und Stralsund teilweise von der Ostseeland-Verkehr betrieben. Bis Löwenberg nutzen auch die Züge der Linie der RB12 (teilweise von der Prignitzer Eisenbahn betrieben) in Richtung Templin die Strecke.

Hinzu kommen im Abschnitt von Hohen Neuendorf bis Neustrelitz ein ICE, der InterConnex und diverse Güterzüge in Richtung Rostock.


4 Ausbau der Strecke

Der Abschnitt Birkenwerder–Neustrelitz wird im Rahmen von Bestandsnetzinvestitionen zum Ausbau der Verbindung Berlin–Rostock für eine Streckengeschwindigkeit von weitgehend 160 km/h und höhere Radsatzlasten ertüchtigt. Die Realisierung des Gesamtprojektes mit verkehrlich nutzbaren Zwischenschritten ist bis 2015 vorgesehen. Im November 2007 wurde der erste Ausbauabschnitt Löwenberg–Gransee abgeschlossen. Seit März 2009 wird der Streckenabschnitt Dannenwalde–Fürstenberg ausgebaut. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis November 2009 andauern. Die Baudurchführungen zwischen Nassenheide und Löwenberg sowie zwischen Fürstenberg und Neustrelitz sind zeitlich noch nicht genau eingeplant, sollen aber in den nächsten Jahren erfolgen. Langfristig ist die Wiederinbetriebnahme des direkten Weges von Berlin nach Birkenwerder vorgesehen. Hierzu sollen die Ferngleise der Nordbahn zwischen Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen und Birkenwerder auf einer Streckenlänge von 18,8 Kilometern zweigleisig mit einer Streckengeschwindigkeit von 160 km/h wieder neu aufgebaut werden, einen Termin hierfür gibt es aber noch nicht. Bislang wurde allerdings nur die Prüfung einer Machbarkeitsstudie eines eingleisigen Ausbaus in Aussicht gestellt. Daneben soll der Bahnhof Birkenwerder einen eigenen Regionalbahnsteig erhalten.


5 Weblinks


Quelle: Text & Bilder teilweise aus der Deutschsprachige Wikipedia adaptiert