Vorbild:Stadler Rail AG

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Stadler Rail AG
Stadler-Logo.svg
Quelle: Deutschsprachige Wikipedia
DETAILS
EPOCHE II-… DeutschlandDeutschland
BAHNGESELLSCHAFT Stadler
Stadler Rail AG
ZEITRAUM 1942-…

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Die Stadler Rail AG (auch: Stadler Rail Group) mit Unternehmenssitz in Bussnang in der Schweiz ist ein Hersteller von Schienenfahrzeugen, mit Schwerpunkt auf Regionalbahntriebzügen, Straßenbahnen und maßgeschneiderten Einzelanfertigungen. Die auch auf Nischenprodukte spezialisierte Stadler Rail gehört zu den letzten Herstellern von Zahnradbahn-Fahrzeugen in Europa und ist inzwischen faktisch die Stammlieferantin aller Schweizer Privatbahnen. Das Rückgrat des Familienunternehmens bilden die sechs Tochterunternehmen, mit ihren Produktions-, Montage- und Unterhaltsstandorten in der Schweiz, in Deutschland, Polen und Ungarn. Stadler Rail beschäftigt weltweit circa 2400 Mitarbeiter.

1 Detaillierte Vorbildinformationen



2 Geschichte

1942 gründete Ernst Stadler in Zürich das Ingenieurbüro Stadler und rüstete in den Kriegsjahren Straßen- und kleine Schienenfahrzeuge auf Akkubetrieb um. Das Unternehmen zog 1945 nach Wädenswil und baute dort als Elektro-Fahrzeuge Ernst Stadler erste kleine Akku-, Elektro- und Dieseltraktoren (Rangierlokomotiven). Allerdings musste das Unternehmen bereits 1951 Konkurs anmelden.

Danach begann Ernst Stadler von Neuem und arbeitete für die verschiedenen Auftraggeber in deren jeweiligen Werkstätten, bis er erneut eine kleine Werkstätte in Zürich bezog. 1962 zog er schließlich nach Bussnang wo er eine größere Werkstätte hatte bauen lassen. In den folgenden Jahren verschob Stadler auch den offiziellen Geschäftssitz nach Bussnang und wandelte die Firma in eine Aktiengesellschaft um, die sich ab 1974 Stadler Fahrzeuge AG nannte.

Wendepunkt 1990: Schienenbus der Orbe-Chavornay Bahn
Einer der ersten Exporterfolge: GTW für New Jersey Transit

Der Tod von Ernst Stadler im Jahre 1981 war ein erster Einschnitt für die Firma, deren Aktien sich im Familienbesitz befanden. Irma Stadler, die Witwe des Firmengründers übernahm das Unternehmen und führte es selber weiter. 1984 wurden erstmal auch Personenfahrzeuge gebaut, wobei Spezialanfertigungen für Schweizer Privatbahnen einen Schwerpunkt bildeten.

Der zweite Einschnitt folgte 1989, als Irma Stadler das Unternehmen einem jungen Bekannten, dem professionellen Eishockey-Spieler Peter Spuhler anbot. Mit einer Belegschaft von knapp zwei Dutzend Personen entwickelte man ein modular aufgebautes Schienenfahrzeug, dessen Teile bei verschiedenen Anbietern zusammengekauft und in Bussnang montiert wurden. Aus diesem Konzept entstand 1995 der erste Gelenktriebwagen (GTW).

Mit zunehmender Nachfrage nach dem GTW wurde auch die Belegschaft sukzessive vergrößert und das Unternehmen umgebaut. Von Schindler Waggon (SWG) übernahm man 1997 schließlich einen Großteil des Werks Altenrhein in der Sanktgaller Gemeinde Thal und gründete die Stadler Altenrhein AG. Da das am Flugplatz Altenrhein gelegene Schindler-Werk, das in Teilen auch die geschluckten Flug- und Fahrzeugwerke Altenrhein (FFA) umfasste, deutlich grösser als der Standort Bussnang war, wurden bei der Übernahme Teile des Werks ausgelagert und ein Teil des Areals untervermietet (Industriepark Altenrhein, oft Industriepark Stadler genannt).

Der Kauf von Altenrhein initiierte einen unerwarteten Expansionskurs, der auf dem Kauf langsam wegsterbender Werke und Produktionsbereiche basiert. Hierzu wurde aus Stadler Fahrzeuge die neue Familien-Holding Stadler Rail AG und das Werk Bussnang formell in die Stadler Bussnang AG ausgelagert. 1998 wurde der Zahnradbahnbereich der ehemaligen Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) von der Sulzer AG übernommen. Das Adtranz-Werk Pankow auf dem Gelände des früheren Berliner Herstellers von Kraftwersksausrüstungen Bergmann-Borsig wurde 2000 in die Stadler Pankow GmbH ausgelagert, an welcher sich Stadler im Rahmen eines Joint Venture zu 50 % beteiligte. Aufgrund kartellrechtlicher Auflagen im Zusammenhang mit der Übernahme durch Bombardier Transportation verkaufte 2001 Adtranz schließlich das gesamte Werk und zwei Fahrzeugfamilien an Stadler.

Derweil wurde in Bussnang 2001 die neue, moderne Montagehalle 2 eröffnet, welche die erste Halle aus dem Jahre 1962 weitgehend ablösen sollte. Im Rahmen der Modernisierung erhielt auch der Geschäftssitz ein zeitgemäßeres Bürogebäude. Sowohl das steigende Auftragsvolumen als auch immer länger werdende Fahrzeuge erforderten einen weiteren Ausbau, der mit der Einweihung der Montagehalle 3 im Jahre 2004 abgeschlossen wurde.

Komfortabler Schmalspur Personenwagen für die Rhätische Bahn

Die im Herbst 2004 in Konkurs gegangene Gießerei Swiss Metal Casting AG in Biel wurde zwecks Eigenbedarf umgehend von Stadler übernommen und produziert als Stadler Stahlguss AG weiter. Nur wenige Wochen später wurde die stufenweise Übernahme der ehemaligen PFA Weiden vereinbart, für welche Anfang 2005 die Stadler Weiden GmbH gegründet wurde. Die Produktion der Stadler Weiden GmbH wurde im Jahr 2007 wegen fehlender Aufträge geschlossen.

Einen der bedeutendsten und acht Jahre zuvor undenkbaren Zukäufe hat Stadler am 7. September 2005 in Winterthur abgeschlossen. Der Kauf der Winpro AG, an welcher man zuvor bereits mit 40 % beteiligt war, brachte die Reste der traditionsreichen Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik unter das Dach von Stadler Rail.

Am 30. Juni 2008 gaben die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) bekannt, dass Stadler Rail den Zuschlag für einen Auftrag im Wert von rund einer Milliarde Franken erhalten hat. Der Auftrag umfasst den Bau von 50 sechsteiligen Doppelstocktriebzügen für die vierte Teilergänzung der S-Bahn Zürich. Für Stadler handelt es sich um den Erstauftrag der neuentwickelten Doppelstockzüge Stadler Dosto (Regionalverkehr bis 160 km/h), deren Produktion bei Stadler Altenrhein erfolgen wird; das Werk wird hierfür um eine Halle erweitert, die Auslieferung erster Züge wird für Ende 2010 erwartet.

Anfang 2010 wurde bekanntgegeben, dass die Stadler Pankow GmbH den Auftrag bekommt 16 vierteilige elektrischen Doppelstocktriebzügen Typ DOSTO, einen einteiligen Dieseltriebwagen Typ Regio-Shuttle RS1 sowie sechs zweiteilige Dieseltriebwagen Typ GTW 2/6 für die ODEG herzustellen. Sie sollen ab 2011 im Berlin-Brandenburger Regionalverkehr zum Einsatz kommen.

Der Bau von sieben (zuzüglich einer Option über drei weitere) Zahnrad-Elektrolokomotiven für die Güterzugstrecke São Paulo–Santos in Brasilien stellt einen weiteren bedeutenden Auftrag dar, der am 26. Februar 2010 veröffentlicht wurde.

3 Wichtige Produktserien

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Exporterfolg: Flirt Regional-Triebzug der Ungarischen Staatsbahnen in Budapest
  • GTWGelenktriebwagen
  • RegioShuttle RS1 (ex Adtranz)
  • FlirtFlinker leichter innovativer Regional-Triebzug für S-Bahnen; Basistyp SBB RABe 523
  • SpatzSchmalspur-Panorama-Triebzug für Schweizer Zentralbahn
  • Variobahn (ex Adtranz)
  • TangoStrassenbahn
  • DostoDoppelstocktriebzug (ab Ende 2010), in Entwicklung

Der Gelenktriebwagen GTW wird seit 1995 gebaut. Er ist das erste von Stadler in Serie gebaute Produkt und existiert aufgrund des modularen Aufbaus in unzähligen Varianten. Das Produkt wird in viele Länder exportiert und teilweise sogar in Lizenz gefertigt (Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, USA).

Baselland Transport-Tango auf Vorführfahrt in Zürich beim Paradeplatz im April 2009.
Einer der neusten Regional-Triebzüge: STAR der Aare Seeland mobil

Der Spatz ist eine größere Serie von Triebzügen für die schmalspurige Zentralbahn und steht in der „Fahrzeugevolution“ zwischen dem GTW und dem Flirt. Augenfälliger Unterschied ist das Fehlen des beim GTW üblichen Antriebsmoduls, welches beim Spatz in einem neuen Mittelwagen integriert ist.

Der Flirt ist die erste von Grund auf neu entwickelte Fahrzeugfamilie seit dem GTW. Zwar werden weiterhin bewährte Komponenten aus der neuesten GTW-Generation eingesetzt, komplett neu dagegen ist der Einsatz von im Schweizer Fahrzeugbau stets gemiedenen, unflexiblen Jacobs-Drehgestellen, die keine Zugtrennung mehr zulassen. Die Antriebsmodule befinden sich beim Flirt hinter den Führerständen und bringen den zierlichen Triebzug auf Tempo 160 km/h, was im Schweizer Schnellzugverkehr die übliche Höchstgeschwindigkeit ist. Neben den SBB, für welche der Triebzug eigens entwickelt wurde, findet der Flirt nach einem Jahr bereits Abnehmer in Deutschland, Ungarn, Algerien und anderen Ländern.

Tango ist die neue Straßenbahn-Serie für Normal- und Schmalspur.

4 Weiterführende Informationen

  • Artikel in der Deutschsprachigen Wikipedia: Stadler Rail

Vorbildinformationen aus der Deutschsprachigen Wikipedia adaptiert.