Vorbild:Bălgarski Dăržavni Železnici EAD

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Bălgarski Dăržavni Železnici EAD
BDZ-Logo.png
Quelle: Englische Wikipedia
DETAILS
EPOCHE I-V BulgarienBulgarien
BAHNGESELLSCHAFT BDZ
Bălgarski Dăržavni Železnici EAD
ZEITRAUM 1888-2002

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Die Bulgarische Staatseisenbahn (BDŽ EAD) (bulg. Български държавни железници; Transkription: Bălgarski Dăržavni Železnici; Abkürzung: БДЖ; BDŽ) ist ein staatliches Unternehmen in Bulgarien und das größte Eisenbahnunternehmen Bulgariens. Die Bulgarische Staatseisenbahn ist ein Aktienunternehmen, sie hat eine für Bulgarien spezifische Gesellschaftsform, die mit EAD (bulg. Еднолично Акционерно Дружество; Transkription: Ednolično Akcionerno Družestvo; kyrillische Abkürzung: ЕАД) abgekürzt wird. Das steht für eine Aktiengesellschaft, die nur ein einziges Mitglied, den Eigentümer, hat.

Die Bulgarische Staatsbahn wurde 1888 gegründet und hatte das Staatsmonopol auf den Eisenbahntransport in Bulgarien.

Zum 1. Januar 2002 wurde die Bahn in eine Betreiber- und eine Infrastrukturgesellschaft umgewandelt. Der Artikel hier befasst sich im Wesentlichen mit der Betreibergesellschaft.

Im Rahmen des bulgarischen EU-Beitritts fiel auch das Monopol der bulgarischen Staatsbahn. Seit 2004 gibt es neben der bulgarischen Staatsbahn noch die die private bulgarisch-rumänische Bahngesellschaft Balgarska Schelesnopatna Kompania.

1 Detaillierte Vorbildinformationen


Information icon.svg Es stehen keine Detailinformationen für die Bahngesellschaft „Amtrak“ zur Verfügung.


2 Geschichte

Balkanhalbinsel 1888 – Damals waren die Bahnverbindungen von Wien über Belgrad nach Istanbul und nach Thessaloniki durchgehend befahrbar
Datei:BDZ-Siemens-Sofia-gruev.JPG
Zug der Bulgarischen Staatseisenbahnen (Siemens Desiro) im Hauptbahnhof Sofia

Die Geschichte der Bulgarischen Staatseisenbahnen ist eng mit der allgemeinen bulgarischen Geschichte verknüpft. Die beiden ersten Bahnlinien wurden vor der bulgarischen Unabhängigkeit, also unter osmanischer Hoheit gebaut.

2.1 Pläne

Die osmanische Regierung hatte den Bau der Bahnlinie im Rahmen ihrer wirtschaftlichen und politischen Reformbemühungen (Tanzimat) ausgeschrieben. Das Osmanische Reich hatte im Krimkrieg (1853 - 1856) gesehen, dass sie hinter der technischen Entwicklung der übrigen Großmächte zurückgeblieben waren, es gab nur wenige Straßen, Bahnlinien und Telegrafenlinien. In der Folgezeit versuchte das Osmanische Reich das durch den Ausbau ihres Eisenbahnnetzes aufzuholen. Die osmanische Regierung (Hohe Pforte) plante den Bau von drei Bahnstrecken: Istanbul-Belowo, Edirne-Prowadia und Russe-Warna. Die Bahnlinie Russe-Warna sollte den wichtigen Donauhafen Russe mit dem Schwarzmeerhafen Warna verbinden.

Für die Regierung in Istanbul hatte eigentlich die Linie von Istanbul durch das Tal der Maritza nach Belowo die höchste Priorität. Die von Russe nach Warna hatte für sie die niedrigste, zumal die 1860 eröffnete Bahnstrecke von Constanţa nach Cernavoda, die zweite des Osmanischen Reiches, dieselbe strategische und kommerzielle Funktion erfüllte, wenn auch nicht ganz so gut.

Für den Bahnbau war die Türkei aber auf ausländische Finanzierung angewiesen. Die britische Regierung sah in der Bahnstrecke nach Belowo, die Teil einer Verbindung nach Wien werden konnte (und später auch wurde) einen Machtzuwachs Österreichs. Die Bahnlinie Warna–Russe dagegen verkürzte den Weg vom Schwarzmeer in den donauaufwärts unter Umgehung des Donaudeltas das in Reichweite des Russischen Reiches lag. So verminderte sie den Einfluss Russlands auf den Donauraum und nützte dem für Großbritannien besonders wichtigen Seehandel. darum wurde die Strecke Russe–Warna als erstes gebaut.

2.2 Erste Strecken

2.2.1 Bahnlinie Russe - Warna (1864–1866)

Am 7. November 1866 wurde die erste Eisenbahnlinie zwischen Russe und Warna (Varna) eröffnet. Die Bahnlinie hatte eine Länge von 224 km, acht Bahnhöfe und Holzbrücken. Für die Kommunikation zwischen den Bahnstationen wurden Cardan-Telegraphen und später Morse-Telegraphen verwendet.

Diese Bahnlinie wurde 1864 bis 1866 von einer britischen Gesellschaft der Brüder Barclay gebaut, deren Hauptaktionäre William Gladstone und die Brüder Barclay waren. Die Ausschreibungen und Verhandlungen für den Bau der Strecke hatten sich über zwei Jahre hingezogen. Es waren britische und französische Finanzhäuser involviert, aber auch russische und österreichische Investoren gaben ihre Gebote ab. Nach dem Beschluss, die Bahnlinie zu bauen und den Auftrag an den Ingenieut Liar zu vergeben, der auch den Streckenverlauf beeinflusst hatte, trat dieser zurück. So ging der Auftrag und ein Pachtvertrag für 99 Jahre letztendlich an die Firma der Brüder Barclay.

Der erste Spatenstich erfolgte am 21. Mai[ https://de.wikipedia.org/wiki/Julianischer_Kalender jul.]/2. Junigreg. 1864. Die Arbeiten begannen gleichzeitig in Warna und Russe. Bis Ende August 1865 waren 160 km Bahnstrecke gebaut worden. Zum Bau wurde vorwiegend die lokale bulgarische Bevölkerung herangezogen. auch der Bahnbetrieb erfolgte mit Bulgaren. Für den Bau, den Transport von Materialien und Arbeitern, wurden vier kleinere belgische Lokomotiven eingesetzt, je zwei von Warna aus und zwei von Russe aus.

Die Eröffnung der Bahnlinie wurde mehrmals abgesagt. Am 7. November 1866 befuhr Midhat Pascha, der türkische Gouverneur von Russe - Vali des Donau-Vilayets (Tuna vilayeti), die gesamte Strecke und eröffnete sie damit offiziell. Das ist gleichzeitig das Eröffnungsdatum der ersten bulgarischen Eisenbahnstrecke.

Die in die Bahnlinie gesetzten wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich nicht. Es gab nicht genügend internationale Transportaufträge. Wegen des schlechten technischen Zustandes und der Mängel bei der Bauausführung kam es oft zu Verspätungen und Entgleisungen. Da sich diese Bahnlinie als unrentabel erwies, verkauften die Briten sie 1869 an das Osmanische Reich.

Von 1883 bis 1885 befuhr der Orientexpress die Strecke Russe-Warna, weil der Russe gegenüber gelegene rumänische Donauhafen Giurgiu schon an das mittel- und westeuropäische Eisenbahnnetz angeschlossen war, während in Serbien noch nicht eine Bahnstrecke in Betrieb war.

Die Giurgiu-Russe-Freundschaftsbrücke über die Donau wurde allerdings erst 1954 eröffnet, womit die Bahnstrecke einen festen Anschluss nach Rumänien bekam. Bukarest liegt nur 65 weiter nördlich.

Heute gehört die Strecke zu den am meisten befahrenen Bahnlinien Bulgariens, die die beiden Haupteintrittspunkte für den Warentransport nach und aus Bulgarien verbindet - einerseits Russe nach Europa und andererseits Warna am größten bulgarischen Schwarzmeerhafen.

2.2.2 Bahnlinie Istanbul - Belowo (1870-1873)

1870 begann die von Baron Hirsch geleitete Compagnie des Chemins de fer Orientaux (CO) den Bau der Bahnlinie Istanbul - Belowo, die 1873 eröffnet wurde, und eine Zweigstecke nach Jambol hatte. Eine Schienenverbindung von Europa nach Istanbul zu schaffen, war eines von Hirschs großen Projekten. So wurde die Strecke auch ein Teilabschnitt des Orientexpresses von Paris nach Istanbul, der ab 1903 als Bagdadbahn weitergeführt wurde.

2.3 Staatliche Unabhängigkeit, Handel um Bahn

1874 verkaufte das Osmanische Reich seine Anteile an der Bahnlinie Russe-Warna an Baron Hirsch, dem damit das gesamte damalige Eisenbahnnetz im heutigen Bulgarien unterstand.

  • Nach dem Russisch-Osmanischer Krieg (1877–1878) und dem Frieden von San Stefano, der mit seinen für Bulgarien und russische Interessen günstige Regelungen nicht wirksam wurden und dem drei Monate später durchgeführten erfolgreichen Berliner Kongress (Juni–Juli 1878) wurde der Norden Bulgariens als autonomes Fürstentum Bulgarien faktisch unabhängig und der Süden als Ostrumelien eine halbautonome türkische Provinz.
  • Das Bulgarische Bahnnetz bestand immer noch aus zwei nicht miteinander verbundenen Teilen, einem im Fürstentum und einem in Ostrumelien (Der schon zu Beginn er bulgarischen Eisenbahnära vorgestellte Plan, eine Bahnlinie von Schumen nach Istanbul zu bauen, war immer noch nicht in Angriff genommen worden). Beide zusammen waren 532 km lang.
  • 1878 begannen Verhandlungen zwischen der bulgarischen Regierung und Baron Hirsch über den Kauf der Bahnstrecke Russe–Warna durch den neuen Staat. Die Verhandlungen zogen sich über 10 Jahre hin, da Bulgarien die Kaufsumme zu hoch war.

2.4 Schritte zur Staatsbahn

  • Am 31. Januar 1885 verabschiedete das bulgarische Parlament das Eisenbahngesetz (bulg. "Закон за железните пътища"), das vorsah, dass die Bahnstrecken in Bulgarien Eigentum des Staates sind und von ihm betrieben werden.
  • 1885 wurde die autonome osmanische Provinz Ostrumelien Bulgarien wiedereinverleibt, was gegen den Willen der Berliner Garantiemächte war, aber 1886 durch den Tophane-Vertrag international anerkannt wurde. Wegen der Spannungen um Ostrumelien erklärte sich Bulgarien 1888 dann doch mit der Kaufsumme einverstanden, um Großbritannien als Unterstützer seiner Position zu gewinnen. Großbritannien wollte wiederum die Wirtschaftsinteressen seiner Unternehmen schützen und gewährte Bulgarien einen Kredit für den Kauf der Bahnstrecke. Am 10. August 1888, elf Jahre nach der Unabhängigkeit, übernahm der bulgarische Staat die dem Betreiber abgekaufte Linie Russe-Warna.
  • 1888 ging auf der Grundlage der Eisenbahngesetztes von 1885 und auf Betreiben der Regierung von Aleksandar Stambolijski die neue Bahnlinie WakarelBelowo der Witalis-Gesellschaft in staatlichen Besitz über und wird vom Staat betrieben. Ab dem 1. August 1888 war diese Bahnstrecke auf der vollen Länge Zaribrod-Sofia-Wakarel für den internationalen Verkehr freigegeben. Damit war die durchgehende Schienenverbindung von Westeuropa nach Istanbul fertiggestellt. Seither benutzte auch der Orientexpress diese Strecke.
  • 1888 wurde mit den Bahnlinien Zaribrod-Sofia-Belowo und Russe-Warna die Bulgarische Staatseisenbahn gegründet.

2.5 1888 bis 2008

  • Von 1888 bis 1899 verdreifachte sich das Netz von 384 Kilometer auf 1044 km.
  • Vom 20. Dezember 1906 bis zum 31. Januar 1907 kam es zum ersten allgemeinen Eisenbahnstreik der den 8-Stunden-Tag und verschiedene Sicherheitsvorschriften durchsetzte.
  • 1912 wurde das eigenständige Ministerium für Eisenbahnen, Post und Telegrafie eingerichtet.
  • 1922 wurde die Staatliche Eisenbahnschule gegründet.
  • 1950 wurde der Tag des Eisenbahners eingeführt, der auf den ersten Sonntag im August fällt.
  • 1963 wurde die Linie Sofia–Plowdiw elektrifiziert (Fertigstellung 27. April 1963). Dazu wurden 1962/62 Elektrolokomotiven von Škoda Plzeň aus der Tschechoslowakei importiert, aus den Baureihen 41-00 bis 45-00. Auch wurden 1963 Diesellokomotiven eingeführt.
  • 1964 wurde die erste zweigleisige Bahnstrecke zwischen Sindel und Warna eröffnet.
  • 1978 wurde die Eisenbahnfährlinie von Warna nach Illitschiwsk (russ. Ильичёвск / Iljitschjowsk) in der Ukraine, 16 km von Odessa, eingerichtet.
  • Mit dem Beitritt zur EU mussten die bulgarischen den europäischen Eisenbahnnormen angepasst werden. Zum 1. Januar 2002 wurde die Bahn in eine Betreiber- und eine Infrastrukturgesellschaft umgewandelt. Das Schienennetz hatte zu diesem Zeitpunkt eine Länge von 4294 Kilometern bei einem Elektrifizierungsgrad von ca. 63 %.
  • 2008 kam es zu zwei Zugunglücken, die durch Brand ausgelöst wurden. Das erste Unglück ereignete sich in der Nacht am 28. Februar 2008 in den frisch renovierten Waggons des Zuges Sofia–Kardam in der Nähe des Bahnhofs Tscherwen Brjag. Dabei kamen 8 Menschen ums Leben. Die Ursache ist bis heute nicht geklärt, stattdessen wird von offizieller Seite vermutet, dass das Feuer durch ein Gepäckstück eines Gastes ausgebrochen sei. Am 21. Juli 2008 brach auch ein Feuer im Zug Plowdiw–Sofia aus. Auch im zweiten Fall konnte die Ursache für den Brand bis jetzt nicht geklärt werden.

3 Das Bahnnetz Bulgariens

Bahnnetz Bulgariens

4 Weiterführende Informationen

Vorbildinformationen aus der Deutschsprachigen Wikipedia adaptiert.